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Astrologie: Mädchenmannschaft schafft den Durchbruch

März 24, 2011

Nachdem die Mädchenmannschaft vor einem Jahr schon Kritik von Lesern erntete wegen ihrer Berichterstattung zum „Equal Pay Day“ und mittlerweile kaum noch jemand an das Märchen von der ungerechten Lohndifferenz glaubt, übt sich die Mädchenmannschaft nun in interessanten Gedankenwindungen, um letztendlich doch noch irgendwie eine massive Ungerechtigkeit gegenüber Frauen feststellen zu können.

Wortreich werden nun alle möglichen Faktoren herbeigedichtet, die Frauen angeblich von einer freien Berufswahl und freien Entscheidungen abhalten und um sie wie für Feministinnen lebensnotwendig als Opfer des Patriarchats oder einer „binären Geschlechterordnung“ darstellen zu können:

Frauen können nicht wirklich frei um Gehalt verhandeln, Frauen werden in bestimmte Berufe gezwungen, Frauen üben nicht freiwillig einen Großteil der „Reproduktionsarbeit“ aus.

Die Phantasie der Mädchenmannschaftautoren, hier Nadine Lantzsch, ist wieder einmal preiswürdig und sollte bei der nächsten Echo-Verleihung berücksichtigt werden. Für ihre Behauptungen legt die Autorin keinerlei Belege vor, die man unmittelbar nachvollziehen könnte. Stattdessen darf man am Ende ihres Artikels eine lange Liste von Quellen bewundern, die vermutlich Aufklärung diesbezüglich leisten sollen und merkwürdigerweise größtenteils feministischer Provenienz sind.

Astrologische Fähigkeiten bringen nun unerwartet den Durchbruch. Sie offenbaren, daß sich hinter vermeintlich freien Entscheidungen von Frauen und angeblich legitimen Ursachen für die Lohnungleichheit doch Ungerechtigkeit und eine Benachteiligung von Frauen verbergen. Astrologische Erkenntnisse bringen es allerdings mit sich, daß man sie nicht weiter begründen kann und muß, sondern sie einfach für bare Münze genommen werden müssen. Hier die wahren Ursachen für die Lohndifferenz:

Bei der Zahl handelt es sich jedoch um eine kulminierte Größe, die sich aus mehreren Faktoren zusammensetzt und die geschlechtsspezifische Arbeitsmarktsegregation anhand des Lohnniveaus repräsentiert. Ursächlich für diesen Unterschied sind vor allen Dingen strukturelle Ungleichheiten des Arbeitsmarktes, also institutionalisierte Verfahren und Praxen, die Frauen und Männer unterschiedlich betreffen.

Diese sind einerseits auf die geschlechtliche Arbeitsteilung in Produktions- und Reproduktionsarbeit seit Beginn der Industrialisierung zurückzuführen.

Andererseits basiert Entgeltungleichheit auf verschiedenen Vorannahmen über Geschlecht und damit verbundene Rollenzuweisungen und Bewertungen. Hinzu kommen Faktoren, die spezifisch für neoliberal-kapitalistisch organisierte Gesellschaften sind, die wiederum Männer und Frauen unterschiedlich tangieren und ökonomisch positionieren.

Ein geringer Anteil des Gender Pay Gap ist auf unmittelbare sexistische und frauenfeindliche Diskriminierung zurückzuführen und tritt unabhängig neben den eben genannten Ursachen auf.

Gehaltsverhandlungen, in denen Frauen aufgrund von Stereotypisierungen und Diskriminierung oft schlechter abschneiden

Auslagerung und Privatisierung von Care-Arbeit, die hauptsächlich von Frauen verrichtet wird und deren Bedarf aufgrund der demografischen Entwicklung weiter zunehmen wird

Für die Lohndifferenz kann es also keine legitimen und nachvollziehbaren Ursachen geben. Eine Freiwilligkeit ist nicht gegeben.

Mit solchen Überlegungen disqualifizieren sich Feministen und Gender-Theoretiker für jede seriöse Debatte, verspielen ihre Glaubwürdigkeit und müssen sich nicht wundern, wenn sie nicht ernstgenommen werden. Denn ihre Konstruktionen stellen für sie eine religiöse Wahrheit dar, die nicht zur Disposition steht und die merkwürdigerweise immer gleich lautet, was auch immer für Daten zugrunde liegen.

Eine mögliche Illegitimität von unterschiedlicher Berufswahl, Lebensplanung und anderen Verhaltensweisen wird nicht in den Raum gestellt und als Möglichkeit diskutiert, sondern steht von vornherein unumstößlich fest. Die Mädchenmannschaftautorin macht sich gar nicht erst die Mühe, ihre Behauptungen auch zu belegen. Eine substantielle Männlichkeit und Weiblichkeit mit entsprechend unterschiedlichen Neigungen wird prinzipiell verneint und von vornherein wohlweislich ausgeschlossen. Eine divergierende Berufswahl und Lebensplanung werden pauschal delegitimiert, in einen Kontext der Fremdbestimmung gerückt.

Die Dreistigkeit und der Totalitarismus, mit denen die Mädchenmannschaftautorin zu Werke geht, die eine mögliche Verschiedenheit von Mann und Frau prinzipiell verneinen und die man ohne weiteres in sämtlichen Traktaten der Gender-Industrie findet, sind immer wieder erschreckend.

One Comment
  1. Es ist in der Tat erstaunlich, wie der Feminismus immer wieder versucht, die ewige Opferrolle der Frau neu zu definieren und zu monopolisieren.

    Sehr guter Artikel! Weiter so!

    Maskulistischer Gruss,
    Manifold

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