Skip to content

Anarchie auf feministisch

Oktober 1, 2011

Viele werden schon mitbekommen haben, daß Feministinnen einen gewissen Hang zur Anarchie haben. Das Piratenweib gehört zum Beispiel dazu oder auch eine gewisse Ines Fritz, besser bekannt als Isi und Isquierda.

Anarchie bedeutet, daß deren Anhänger nach einer Gesellschaft streben, in der es keine Herrschaft mehr gibt. Herrschaft ist also etwas an sich negatives. Sie darf es auf keinen Fall geben.

Hier haben wir wieder das altbekannte Muster von Ideologien, daß pauschal irgendetwas als Ursache aller Mißstände ausgemacht wird und fortan beseitigt werden muß. Herrschaft als solche ist problematisch, nicht deren Mißbrauch, deren Pervertierung. Man verweigert also jegliche differenzierte Betrachtung des Problems und schickt sich an, unter dem Deckmantel des sogenannten Guten eine Hölle auf Erden zu errichten.

Dummerweise muß man zur Durchsetzung der Anarchie erst mal die Herrschaft erlangen. Und dann setzt man mit aller Macht die Herrschaftslosigkeit durch.

Und das ist dann die Welt, die wir alle anstreben und die allen Menschen Erfüllung bringt. So läuft das mit der Anarchie.

Daß dies alles funktioniert, ist in wunderbar theoretischen Büchern festgehalten, die man nur verstehen kann, wenn man studiert hat und sich im richtigen Bewußtsein befindet.

In ebenfalls wunderbar theoretischen Büchern legen uns Gender-Theoretiker dar, warum die Geschlechtlichkeit an sich ein Problem ist und beseitigt werden muß. Auch wenn die meisten Menschen unsere Geschlechtlichkeit sehr genießen.

Ein Studium ist ebenfalls hilfreich, wenn man den Sektengründer Richard Dawkins verstehen will, der in herausragender Intelligenz herausgefunden hat, daß Religionen an sich ein Problem sind und überwunden werden müssen.

So langsam könnte die Menschheit eigentlich kapieren, wie diese Theaterstücke ablaufen. Es wird wohl noch ein Weile dauern.

Zunächst muß erst mal die Anarchie hergestellt werden. Weitere Vertreter des „Anarchofeminismus“ sind Lucia, einige Mädchen auf dem Mädchenblog und unsere werte Antje Schrupp. Diese Damen beglücken uns auch mit Wörtern wie „Anarchafeministin“. Man muß ja auf jeden Fall deutlich machen, daß man weiblich ist.

Ich surfte letztens auf dem Zentralorgan der feministischen Weltverschwörung und gelangte darüber auf ein Blog, das sich „Anarchie und Lihbe“ nennt. Der Link auf der Mädchenmannschaft wurde folgendermaßen angekündigt:

„anarchieundlihbe schreibt über Kommentare, Moderationspolitik und Trolle. Danke dafür.“

Ja, dankeschön, daß wir hier wieder einmal eine Selbstrechtfertigung einer Feministin lesen dürfen, die veranschaulicht, wie weibliche Chauvinistinnen ihre Dummheit und totalitäre Gesinnung vor sich selbst geheimhalten.

Die Feministin beglückt uns in ihrem Artikel mit folgender wunderbarer Formulierung:

„Ich bin nicht dazu verpflichtet, Leute bei mir zu Hause pöbeln, herablassend formulieren, diskriminierende und gewaltvolle Sprache & Inhalte ausdrücken oder generell gequirlte Scheiße von sich geben zu lassen. Ich lasse nicht zu, dass Diskussionen, die mir wichtig sind, entgleisen, weil Leute bewusst oder unbewusst ihre Egos in den Mittelpunkt rücken. Ich habe keine Geduld übrig für unmotivierte, undurchdachte, plumpe, langweilige, dumme, grottenschlechte, besserwisserische Antworten, die offensichtlich weder Anarchie noch Lihbe zum Zweck haben.
Anarchismus bedeutet nicht, dass alle sich gegenseitig nieder schreien. Anarchismus bedeutet, dass keine_r die andere beherrscht, auch nicht durch übermäßige Präsenz, Spammen, Pöbeln, Wüten, Derailen und Schlimmeres.“

Noch einmal danke an dieser Stelle für solche Äußerungen. Besser kann man es wirklich nicht formulieren.

Alles, was meinem kleinen Feministinnengehirn nicht paßt, darf also gelöscht werden. Warum verspüren Feministinnen eigentlich solch einen Drang, genauestens zu beschreiben, was für Kommentare sie bei sich wünschen und welche nicht? Wer braucht so etwas eigentlich? Könnte dies vielleicht mit den Feministinnen selbst etwas zu tun haben? Wozu gibt es ausgeklügelte Netiquetten, die mit allen Mitteln der Kunst versuchen, erwünschte von unerwünschten Kommentaren abzugrenzen?

Wie kommt man überhaupt in die Situation zu meinen, solche Netiquetten verfassen zu müssen?

Die besagte Anarchistin, die in einer Welt ohne Herrschaft leben möchte, macht uns des weiteren klar:

„Versuch bitte, einen tollen Kommentar zu verfassen. Viele würden gern hervorragende Kommentare lesen. Falls du das Gefühl hast, dein Kommentar wiederholt, was bereits gesagt wurde, lösch ihn einfach wieder, bevor du ihn abschickst. Es ist auch nicht notwendig, auszudrücken, dass du die gleiche Meinung hast wie ein_e Schreiber_in vor dir, denn es soll nicht um Abstimmung gehen sondern um Austausch. Enthält dein Kommentar Mansplaining / Herrklärungen* in egal welcher Menge, lösch ihn. Erzählst du in deinem Kommentar eine Begebenheit aus deinem Leben (oder gar dem deiner Bekannten), um Argumente zu festigen, lösch ihn. Denn ich werde es sonst sowieso tun.
Ist dein Kommentar sehr lang, lies ihn merhmals durch und kürze ihn, bevor du ihn abschickst. Falls das nicht geht, schreib deinen eigenen Blog, es ist wirklich ganz leicht.“

So sieht also die herrschaftsfreie Welt aus. Für alle, die sich schon mal auf die Anarchie einstellen wollen, noch diese Zeilen:

„Du weißt, warum diese Anleitung zum Kommentieren nötig ist und bist nicht empört und angegriffen deswegen. Deine Ansichten und Kommentare sind herzlich willkommen.“

Gut. Das haben wir jetzt kapiert. Gleich kann’s losgehen mit der Anarchie. Der besagte Artikel läuft unter den Tags:

„analyse anarchismus d.i.y. dominanz kritik mackertum penis troll“

Alles Minderwertige, Abartige und nicht Systemkonforme muß zur Durchsetzung der Anarchie also aussortiert werden. Wir sehen an dieser Anarchistin und ihrer Diktion, daß uns eine sehr menschliche Gesellschaftsordnung erwartet. Auch bei Ines Fritz kann man sich davon überzeugen.

Blöderweise habe ich bei anarchie und lihbe doch noch einen Kommentar verfaßt. Ich kann ja nichts dafür, daß ich denken kann. Ich nutze einfach nur das Knowhow, das ich durch „Sesamstraße“ und „Sendung mit der Maus“ erlangt habe.

So sieht mein Kommentar aus:



Ist das in Ordnung? Ich kriege immer mehr Selbstzweifel und Schuldgefühle, wenn ich bei Feministinnen kommentiere und einfach nur die Wahrheit sage. Ich erlebe hier Feministinnen als sehr unbarmherzig und einschüchternd. Sachliche Kritik wird von ihnen leider nicht erwünscht. Denn irgendwie steckt hinter jeder berechtigten Kritik irgendwie doch eine böse Absicht.

Ich weiß noch nicht genau, was an diesem Kommentar nicht stimmte. Ich vermute, ich bin „rechts“ oder ich „deraile“ in meinem Kommentar. Was gibt es nicht alles für Bösartigkeiten auf der Welt. Finstere Mächte, die das Gute behindern wollen. Das können meist nur Feministinnen erkennen, welche Kommentare das Böse repräsentieren und gelöscht werden müssen.

Wieder einmal wurde mein ehrlicher Gesprächswunsch abgelehnt. Mein Kommentar erfüllte offenbar irgendeines der zuvor aufgezählten Kriterien. Ich werde noch einmal genauer in mich gehen, um den Fehler zu finden, den ich gemacht habe. Irgendetwas muß mit mir nicht stimmen, wenn so viele Gesprächsversuche von mir gelöscht werden.

Ich werde wohl irgendwann reif sein für die Anarchie.

4 Kommentare
  1. ichichich permalink

    „Erzählst du in deinem Kommentar eine Begebenheit aus deinem Leben (oder gar dem deiner Bekannten), um Argumente zu festigen, lösch ihn. Denn ich werde es sonst sowieso tun.“

    Und dann:

    „Dinge, die Leute zu mir beim kellnern sagen – kleine Auswahl:

    ICH: „XY,Z Euro, bitte.“
    ER: „Sind Sie sich da wirklich sicher? Euch Frauen kann man nicht vertrauen.“

    ER: „Fräulein, kommen Sie mal mit“
    Packt mich am Arm und zerrt mich mit sich.
    ICH: „Ich komme sehr gern an Ihren Tisch, aber bitte ohne anfassen.“
    ER laut, zu anderen: „Habt ihr das gehört, sie will nicht angefasst werden.“

    […]“

    Schon witzig, was Isi et al. unter Anarchismus verstehen. Isi z.B, ist gegen den Staat, aber findet es durchaus prima, wenn Väter, die zwecks Finanzierung ihrer Unterhaltsverpflichtungen nicht einen Scheiss-Zweitjob finden, dafür in den Knast kommen.

    Das ist nicht der „herrschaftsfreie Raum“ in dem ich leben möchte. Dann lieber Kapitalismus. Sonst kommt die Anarchafeminismus-Polizei mit dem Elektroschocker, wenn mann zu sehr aufrecht gehend durch die Straßen gurkt (zuviel Präsenz, Mackertum).

    Aber die Seite hat auch gute Modetips:

    „Ganz viele Handtaschen auf einmal umhängen. Zwei Schuhe mit verschieden hohen Absätzen tragen.“

  2. „Erzählst du in deinem Kommentar eine Begebenheit aus deinem Leben (oder gar dem deiner Bekannten), um Argumente zu festigen, lösch ihn. Denn ich werde es sonst sowieso tun.“

    Der Witz ist ja, daß Feministinnen ständig auf dieser subjektivistischen Ebene argumentieren. („Ich habe es als Vergewaltigung empfunden.“) Ständig führen sie irgendwelche Beispiele aus ihrem Privatleben an und rechnen das dann auf die Gesellschaft hoch.

    Auf Derailing for Dummies beschweren sie sich darüber, wenn man diese allein durch subjektives Erleben begründeten Betrachtungen infrage stellt.

    Es ist einfach nur absurd.

    Hier ein paar Beispiele von Derailing for Dummies:

    Your Experience Is Not Representative Of Everyone
    Unless You Can Prove Your Experience Is Widespread I Won’t Believe It
    I Don’t Think You’re As Marginalised As You Claim
    Aren’t You Treating Each Other Worse Anyway
    But If It’s Okay For Marginalised People To Use Those Words, Why Can’t I?
    But You’re Different To The Others
    But It’s True! – NEW!
    Well I Know Another Person From Your Group Who Disagrees!

    Das sind Argumentationsroutinen, mit denen Gutmenschen angeblich belästigt werden.

    Als ich diese Seite zum ersten Mal gelesen hatte, dachte ich, das sind Leute wie wir, die sich über die Dummheit von Gutmenschen lustig machen. Also eine Anleitung, wie man diese Leute ein bißchen veräppelt.

    Es ist eigentlich unfaßbar, aber die Seite ist wirklich ernst gemeint! Und zwar von Gutmenschenseite. Die meinen das ernst. Sie merken nicht, wie sie sich damit selbst karikieren.

    Realsatire pur: VERSION 0.3! IMPROVED WITH NEW ADDITIONS TO MORE FULLY ENHANCE YOUR BIGOTRY!

    Damit meinen die unsere „Bigotterie“.

    Derailing for dummies funktioniert natürlich auch ohne Argumente. Bestimmte Argumente werden einfach auf formale und abstrakte Weise lächerlich gemacht, egal ob diese in bestimmten Situationen sehr stichhaltig sein können.

  3. Omti permalink

    sag mal warum hast du ein Luecke5.png da eingefügt?
    ich dachte immer für so etwas gibt es die „enter“ taste😀

    Während Anarchismus ja schön und gut wäre, und eventuell auch für zwei Wochen oder so funktioniert, ist das langfristig einfach nicht möglich, da sich die Menschen ohne Herrschaft/Ordnungsmacht gegenseitig an die Gurgel gehen.
    Es würde zwar schön verwaltungsaufwand sparen, aber die Nebenwirkungen ist es nicht wert.

    Ich würde den Anarchafeministinnen mal Hobbes Leviathan ans Herz legen. Das gute Buch ist zwar schon etwas älter, aber der gute Mann herrklärt da schön, wieso man eine Ordnung braucht (und warum Absolutismus toll ist, und man ja keine Aufstände dagegen machen darf ^^).

    Ich finde es so krass, dass die gar nicht merken, was sie tun. Anarchismus ist es nicht, alles zu unterdrücken, was nicht konform mit der eigenen Meinung ist.
    Abgesehen davon, wie soll man denn seine Meinung plausibel darlegen, wenn man die Hintergründe nicht erklären kann. Ich finde das in Christians blog immer unerträglich wenn die Feminist/innen dann ankommen und nicht erklären warum ihre Theorien denn zutreffen sollen. „Google halt.“
    Da denk ich mir immer, ne danke, erklär doch was du meinst. Aber bei den Femanzen ist das wohl verboten, „herrklärung, mansplaining“ gaaaanz böse Sache.

    @Kirk: Jop die Seite ist schön, kann man immer verlinken, wenn ne Femanze allzu deutlich derailed.

  4. sag mal warum hast du ein Luecke5.png da eingefügt?
    ich dachte immer für so etwas gibt es die „enter“ taste

    Mein Gender ist immer noch weiblich. Da hapert es ein bißchen mit dem Technikwissen. Außerdem müssen die Tastaturen noch „gegendert“ werden. Entweder es gibt noch eine „Ente“-Taste oder man schreibt „Ente/r“ drauf.

    Geschlechergerechte Keyboarde wirken weniger einschüchternd auf Frauen. Dann können die auch mehr Leistung in IT und Literatur bringen.

    Diese dummen Gender-Theoretiker gucken ja wirklich immer zwanghaft, wo „Weibliches“ evtl. nicht „berücksichtigt“ wird. Das ist dann meist auch nur auf rein formaler Ebene. Es ist so lächerlich.

    Das ist übrigens auch eine klar nachweisbare Normativität. Also eine nicht neutrale Zwangsperspektive. So verwende ich den Begriff.

    Also das mit Lücke kommt daher, daß wordpress grundsätzlich nur eine Leerzeile akzeptiert. Egal, was du machst. Auch wenn man Kommentare verfaßt. Da kannst du zehnmal ente/r drücken.

    Deshalb hab ich mir ein paar png’s gebastelt mit verschiedenen Breiten.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: