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Ich bin links!

Februar 23, 2012

Nachdem Feministinnen anhand eines abgebildeten Hakenkreuzes bereits zweifelsfrei festgestellt haben, daß mein Logbuch rechtsextrem ist, möchte ich nun keck behaupten, daß ich links bin.

Wir wissen ja bereits, daß dies schier unmöglich ist. Denn es kann nicht sein, daß ein Feminismuskritiker sich innerhalb der demokratischen Ordnung bewegt und zudem auch noch als links bezeichnete politische Ansichten vertritt.

Es stellt sich vielmehr immer wieder mit größter Eindeutigkeit heraus, daß „nahezu alle“ Antifeministen rechts oder rechtsextrem sind und unsere Verfassung ablehnen. Dies ist ganz ungeheuerlich.

Es tut uns also überaus leid, wenn es uns leider nicht möglich ist, uns auf sachliche Weise mit Menschen und Positionen auseinanderzusetzen, die den Feminismus kritisieren. Schade eigentlich. Denn wir wollen uns ja so gerne sachlich mit den Antifeministen auseinandersetzen. Wir brennen geradezu darauf. Nur geht dies eben nicht, da allesamt als verfassungsfeindlich einzustufen sind. Warum findet sich nur kein linker Feminismuskritiker? Auf den wir so sehnlichst warten?

Diese in der Tat schlimme Situation möchte nun ich – James T. Kirk – durchbrechen und eine entscheidende Wende in der Geschlechterdebatte herbeiführen:

Ja, ich bin links!

Nun brechen alle Dämme! Nun gibt es kein Halten mehr! Der sehnlichste Wunsch von Feministinnen geht in Erfüllung. Die Dinge überschlagen sich! Das Unfaßbare ist Wirklichkeit geworden.

Nun ist es auf einmal möglich, die Argumente von Feminismuskritikern ernstzunehmen. Denn nun gibt es einen unter ihnen, der tatsächlich links ist. Nun können sich Feministinnen folgenden gesellschaftlichen Realitäten stellen:

    Ständig werden anhand rein formaler Kriterien Benachteiligungen von Frauen konstruiert.
    Männer werden als Vertreter eines angeblichen Patriarchats und einer Vergewaltigungsgesellschaft dämonisiert.
    Positive männliche Eigenschaften wie Erfindungskunst oder Forscherdrang werden ebenfalls dämonisiert, indem man z.B. salopp auf den geringen Frauenanteil an der Autorenschaft von Wikipedia hinweist.
    Männern wird wahlweise ihre „traditionelle patriarchale Männlichkeit“ oder aber ihr „weinerliches Verhalten“ vorgeworfen, wenn sie Leid artikulieren.
    Jungen erhalten in Schulen für die gleiche Leistung schlechtere Noten, während die größere und wirtschaftlich wertvollere Arbeitsleistung von Männern (Berufswahl, Überstunden) pauschal als „Lohndiskriminierung“ diffamiert wird.
    Frauen erhalten im Justizwesen häufig für die gleichen Vergehen ein geringeres Strafmaß und Männer müssen mit einer geringeren Unschuldsvermutung leben, wenn sie vor Gericht angeklagt sind.

Dies sind nur einige wenige Realitäten, die man im Zusammenhang mit der feministischen Verseuchung unserer Gesellschaft aufzählen kann. Jeder kann sich weitere dieser Tatsachen auf der Homepage von MANNdat zu Gemüte führen.

Nun also ist es endlich vollbracht!

Die beschriebenen Probleme sind nun nach meinem Outing als Linker diskursfähig. Die Argumente der rechtsextremen Männerrechtler sind zwar genau die gleichen, aber das zählt nicht.

Es ist ja ein weitverbreiteter Irrtum unter Männerrechtlern, daß Soziologen wie Thomas Gesterkamp, Andreas Kemper oder Hinrich Rosenbrock keine Sympathien für die Kritik am Feminismus hätten. Sie verstehen sich vielmehr selbst als ausgemachte Männerrechtler, denen sehr an einer Diskussion über die Verunglimpfung und Benachteiligung von Männern gelegen ist.

Eigentlich würden sie nur zu gerne sofort damit loslegen, die gesellschaftlich sanktionierten Lügen des Feminismus aufzudecken. Nur gibt es bekanntlich ein Problem:

Die Männerbewegung ist rechts.

Nun hat sich also mit mir das erste Mal ein Mitglied dieser Strömung dazu bekannt, links zu sein und regelmäßig einer linken Partei seine Stimme zu geben. Nun entsteht eine völlig neue Situation:

Die Kritik am Feminismus ist nun auf einmal legitim und kann urplötzlich ernst genommen werden, denn jetzt wird sie von einem Linken ausgesprochen. Genau hierauf haben Gesterkamp, Kemper und Rosenbrock ja gerade hingearbeitet. Ihr Anliegen war ja ein konstruktives. Mitnichten wollten sie die Anliegen von Männern in den Schmutz ziehen und auf billige Weise denunzieren. Vielmehr wollten sie der Männerbewegung zu mehr gesellschaftlicher Akzeptanz verhelfen, indem sie ihre Mängel aufweisen. Nun können auch sie sich endlich beteiligen und die Argumente von Feminismuskritikern seriös diskutieren.

Dies ging ja – wie beschrieben – bisher nicht.
Auch Arne Hoffman ist leider ein Negativbeispiel. Der vermeintlich linke Hoffmann – auf dem all unsere Hoffnungen ruhten – entpuppte sich ebenfalls als rechts und es konnte nachgewiesen werden, daß er die gleichen Initialen wie Adolf Hitler hat. Was haben Feministinnen nur für ein Pech, daß all ihr Bemühen, sich Kritik zu stellen und auch die Anliegen von Männern ernst zu nehmen, derart konterkariert werden.

Auch andere vermeintlich seriöse Kritiker des Feminismus entpuppten sich als rechts. So verwendet der Verein MANNdat beispielsweise die eigens von Hitler 1941 eingeführte lateinische Schrift, um seine frauenfeindliche Propaganda an den Mann zu bringen.

Jetzt haben wir allerdings – man kann es gar nicht oft genug betonen und voller Entzückung aussprechen – die einzigartige Situation, daß ein Vertreter der Männerrechtler – noch dazu kein geringerer als James T. Kirk – links ist.

Der Beweis: Ich wähle regelmäßig eine Partei, die durch ein etwas hysterisches Verhältnis zur Kernenergie auffällt. Die gerne regenerative Energieträger ausbauen möchte und die ein Herz für soziale Dinge wie den Mindestlohn hat.

Hier ist nicht etwa von der CDU die Rede, wie man meinen könnte. Es handelt sich vielmehr um die antiquierte und fortschrittsfeindliche Partei der Grünen, der ich regelmäßig mein Vertrauen schenke. Bis jetzt habe ich noch kein einziges Mal mit meiner Zweitstimme eine andere Partei gewählt, und dies wird vermutlich auch die nächsten 10 Jahre so bleiben.

Ein Männerrechtler, der grün wählt. Ein linker Antifeminist. Ist das nicht mal was? Sonst gibt es ja niemanden, der links ist. Andreas Kemper – der renommierte und höchster wissenschaftlicher Neutralität verpflichtete Soziologe hatte bereits investigativ aufgedeckt, daß Arnolf Hoffmann in Wirklichkeit rechts ist. Alle sonstigen vermeintlich linken Äußerungen müssen auch als rechts verstanden werden.
Nun aber bin ich – die Singularität James T. Kirk – in die Welt getreten. Ich rotte mich regelmäßig mit anderen Leuten im Internet zusammen, um den Feminismus zu kritisieren. Ich vertrete aber dummerweise ähnliche Meinungen, wie sie der „rechtsextreme Flügel“ der Männerbewegung vertritt.

Sollte sich vielleicht herausstellen, daß ich doch irgendwie rechts bin? Dann wäre der Antifeminismus doch wieder obsolet. So ein Pech.

Wie der extrem rechtsextreme Kotflügel der Männerbewegung bin ich der Meinung, daß Männer in unserer Gesellschaft vor allem auf Diskursebene im Vergleich zu Frauen nicht als ernstzunehmende und leidensfähige Wesen angesehen werden, die ebenfalls Bedürfnisse haben und vieles und Existentielles zum Gelingen der menschlichen Gemeinschaft beitragen.
Männer dienen im allgemeinen Diskurs als Vogelscheuchen und Sündenböcke für feministische Abwertungen, Dämonisierungen und Haßphantasien, wie sie in Begriffen wie „Patriarchat“, „Rape-Culture“ oder „Männerbastion“ zum Ausdruck kommen. Ein aktuelles Beispiel für diese gesellschaftliche Atmosphäre ist dieser Artikel von Sybille Berg in der Wiener „Presse“, auf den ich durch wgvdl aufmerksam wurde.

Männern wird die Schuld an allen möglichen realen und vermeintlichen Mißständen zugeschoben, ohne daß diese Konstruktionen in der Gesellschaft ernsthaft hinterfragt würden.

Als Linker bin ich auch der Meinung, daß es sich bei den Gender Studies um in Wissenschaft verpackten Feminismus handelt, die ebenfalls Männer abwerten und gegen jede Rationalität und Beweislage unsere Geschlechtlichkeit und „sexuellen Orientierungen“ als Konstrukt verkaufen wollen.

Wie geht das eigentlich als Grün-Wähler? Ist das nicht irgendwie unmöglich? Vielleicht bin ich ja doch nur eine Mogelpackung und entpuppe mich genauso wie Arne Hoffmann als rechts? Kann das wirklich sein, daß ein Feminismuskritiker grün wählt?

Eigentlich geht das ja nicht, aber wir wollen uns jetzt mal ausnahmsweise tatsächlich die Argumente von Feminismuskritikern anschauen. Das ging ja bisher nicht, weil die nicht links sind, wie es unsere Verfassung vorschreibt.

Wir beschäftigen uns jetzt also nicht mehr mit den Leuten, die sich im Internet „zusammenrotten“, einen „Rollback“ starten, zum „Backlash“ aufrufen und andere eindeutig und international anerkannt bösartige Dinge tun.

Jetzt setzen wir uns mal mit Argumenten auseinander. Das Hauptproblem ist ja behoben. Dank des großartigen, unfaßbaren James T. Kirk.

Jetzt ist alles anders! Jetzt gibt es einen linken Feminismuskritiker.

Genau die gleichen Argumente, die vom „rechtsextremen Flügel“ der Männerbewegung ausgesprochen werden, ertönen nun aus dem Munde eines Grün-Wählers! Das ist doch gleich viel sympathischer.

So funktioniert Demokratie!

Ich freue mich deshalb schon jetzt über viele konstruktive Beiträge und Reaktionen von Thomas Gesterkamp, Andreas Kemper und Hinrich Rosenbrock. Von der TAZ und der Mädchenmannschaft. Von Jörg Rupp und Antje Schrupp. Ihr habt mein Mitgefühl. Schlimm, diese (r)echten Kerle! Ich bin einer von Euch! Jetzt könnt ihr Euch auf die linken Männerrechtler konzentrieren.

Es ist vollbracht!

Liebe feministischen Freunde, packt die Gelegenheit beim Schopfe. Jetzt hat jemand der Männerrechtler die richtige politische Einstellung. Jetzt können wir uns endlich der Sachebene stellen. Worauf wir nur gewartet haben.

Jetzt kann uns nichts mehr stoppen.

w

Oder bin ich vielleicht doch rechts?

9 Kommentare
  1. Omti permalink

    Öhm ja… irgendwie hatte ich mehr den Eindruck, dass deine politische Gesinnung „das was grade Spaß macht“ ist😀
    Aber als offiziell linker grünenwählender Anti-feminist müssen sie dich trotzdem nicht ernst nehmen. Denn Feminismus ist gut, was gegen Feminismus ist ist böse und alles böse ist rechts.
    q.e.d.

  2. Ich bin natürlich kein Birkenstock-Grünwähler. Aber letztlich kann ich mein Kreuz nur dort machen.

    Trotz aller Mängel sind dort die intelligentesten Leute. Mir graust es, wenn ich typische Vertreter von CDU und FDP sehe. Ich frage mich echt, wie man diese Leute wählen kann.

    Sie erhalten die meisten Parteispenden, fallen regelmäßig durch Skandale, Vetternwirtschaft auf.

    Das findet man bei Grünen und SPD in sehr viel geringerer Weise.

    Na ja, die Amis wählen auch immer wieder Republikaner. Denen ist auch nicht mehr zu helfen. Wie man nach solch einer desaströsen Präsidentschaft wie von Bubblegum Pfusch noch ernsthaft in Erwägung ziehen kann, Republikaner zu wählen, ist mir schleierhaft.

    Diese Freiheitsideologie (der bügerlichen Parteien) nervt mich sowieso. Auch in unseren Kreisen.

    Wahrscheinlich müssen wir mit dem Fetisch der Freiheit und Konkurrenz erst mal richtig auf die Schnauze fallen, um dazu zu lernen. Das läuft ja im Moment sehr gut.

  3. Omti permalink

    Irgendwie habe ich dich auch nicht für einen Birkenstock-Wähler gehalten😀

    Das Problem, das ich mit der SPD und den Grünen habe ist das sie viel zu sehr geneigt sind per TINA zu verfahren und nicht die Probleme n der Gesellschaft lösen sondern nur die Symptome bekämpfen. Ich denke zu CDU und FDP muss man nichts mehr sagen, die haben sich für jeden klardenkenden Menschen disqualifiziert.

    Ehrlich gesagt, mag ich Freiheit… ich stimme dir aber bei der fetischisierung zu. Ist es Freiheit immer neue Überwachungsprogramme aufzulegen? Härtere Gesetze zu verabschieden?

    Für mich persönlich haben sich die Grünen durch ihr Frauenstatut erledigt und die Linken sind in der Hinsicht auch nicht viel besser. Der SPD trau ich nicht mehr und die Piraten… naja mal sehen ^^

  4. @ Omti

    Jetzt sind wir ja schon zwei linke Antifeministen, nachdem Arne Hoffmann als Hitlers Kronprinz entlarvt wurde.

    Ich bin auch keineswegs der Auffassung, daß Grüne und SPD ideale Parteien wären, aber insgesamt vertreten sie die besseren gesellschaftspolitischen Positionen.

    Ich gehöre zu den Leuten, die auf den Feminismus in den linken Parteien pfeifen bzw. denen anderes wichtiger ist. Ich kann trotzdem grün wählen. Der Feminismus findet sich ja letztlich in allen Parteien. Da muß man denke ich auch etwas souverän sein.

    Der Fetisch der Freiheit besteht vor allen Dingen darin, daß uns als Bürgern ein ungesundes Übermaß an Konkurrenz, Gegeneinander und Privatisierung als „Freiheit“ verkauft wird.

    Individualität und Freiheit sind in den westlichen Staaten genauso ein Fetisch, wie es das Gemeinschaftsdenken – also das genaue Gegenteil – im Sozialismus war.

    Diese Dinge sind eigentlich leicht zu durchschauen.

    Wir brauchen mehr Vergesellschaftung, Kindergartenpflicht, Aufhebung des dreigliedrigen Schulsystems

    Dann sind wir zwar total „unfrei“ und können unseren Kindern nicht mehr sichern, daß sie eine bessere Ausbildung als Proletarierkinder genießen können.

    Eigenverantwortung und Leistung lohnen sich dann nicht mehr.

    Die gegenwärtige Ideologie bedient die Eitelkeit von sozial autistischen Teilen unserer Gesellschaft, die sich als etwas Besseres verstehen und nicht ertragen, daß ein Proletarier- oder Ausländerkind mit den eigenen Kindern in eine Klasse geht und denselben Abschluß macht.

    Durch diese Konkurrenzideologie wird unendlich viel unnötige Reibung erzeugt. Risikomentalität, Egozentrik, Rücksichtslosigkeit.

    Die Finanzkrise ist nur ein Sinnbild für all die Verwerfungen, die durch diese Pseudofreiheit erzeugt werden.

    Unser Schulsystem ist ein anderes Beispiel, wo schon Kinder diesem Konkurrenzdruck und den Prestigebedürfnissen ihrer Eltern ausgesetzt werden.

    Es gibt gewisse Teile in unserer Gesellschaft, die Angst haben vor mehr Miteinander, weil sie dann ihren Besonderheitsstatus verlieren und möglicherweise einsehen müßten, wie arm sie dran sind und an was für Pseudowerten sie sich festhalten.

  5. Til permalink

    Freiheit für Ignoranten und Kindertanten!

  6. Leszek permalink

    Hi Kirk,
    einigen Deiner aktuellen Kommentare im Netz entnehme ich, dass Argumentationen GEGEN die Hypothese vom Kampf der Kulturen für Dich zur Zeit von Interesse sind.

    Der französische Demograph Emmanuel Todd hat ein interessantes Buch dazu geschrieben, (insbesondere im Zusammenhang mit der islamischen Welt). Falls Du es noch nicht kennen solltest, empfehle ich es einfach mal:

    „Die unaufhaltsame Revolution. Wie die Werte der Moderne die islamische Welt verändern“

    http://www.amazon.de/Die-unaufhaltsame-Revolution-islamische-ver%C3%A4ndern/dp/3492051316/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1318729948&sr=1-1

    Eine der besten und fundiertesten Argumentationen gegen die Hypothese vom Kampf der Kulturen, die ich kenne.

    Falls Du an dem Thema dran bleiben möchtest, wirst Du hier wahrscheinlich einige weitere gute Argumente finden.

  7. Hallo Leszek,

    ich habe zufällig vor längerer Zeit das Buch von Samuel Huntington gelesen, das ja auf Englisch „Clash of civilizations“ heißt. Also Zusammenprall der Kulturen, nicht Kampf.

    Ich verstehe auch nicht, warum so viele Menschen so paranoid sind und nicht sehen wollen, daß die Welt immer friedlicher wird und daß es auch recht bald gar keine Kriege und Armeen mehr geben wird.

    Viele Menschen sehen nicht die HIntergründe der Gewaltdynamik, also die autoritäre, gewalttätige Erziehung überall auf der Welt.

    Dies ist der eigentliche Hintergrund der Menschheitsentwicklung. Viele Leute wissen nicht, wie hier in Europa vor 100 Jahren Kinder aufgewachsen sind. Das können wir uns heute gar nicht mehr vorstellen. Und diese Humanisierung des Verhältnisses von Eltern und Kindern findet letztlich überall auf der Welt statt.

    Und ist wiederum die Grundlage dafür, daß die Welt immer humaner wird.

    Das Thema der Kindheit ist überall in der Gesellschaft tabuisiert.

    Der Islam ist halt noch ein recht rückständiger Kulturkreis. Die rechten Jünger des Kulturkampfes haben offenbar nur wenig Phantasie und können sich nicht vorstellen, daß dies alles auch einmal sein Ende finden wird und daß wir lediglich relativ am weitesten fortgeschritten sind. Bei uns gibt es auch noch genug Mißstände.

    Ich verstehe dieses naive Weltbild auch nicht, in dem man den Westen mit einem George W. Bush zur metaphysischen Leitkultur erklären und andere Kulturen so abwerten kann. Natürlich sollte man unsere Errungenschaften nicht kleinreden und als „westliche Werte“ diffamieren, wie es manche Linke tun. Das ist vermutlich das Gegenstück zum „rechten Kulturalismus“. Meines Erachtens sind das universelle Werte.

    Letztlich nehmen sich alle Kulturen nichts in ihrem Selbstbetrug etc., auch wenn einige weiter fortgeschritten sind.

    Viele Leute können sich einfach nicht vorstellen, daß die Geschichte als Anhäufung von Dramen und Katastrophen tatsächlich mal an ihr Ende kommt. Davon werden wir sozusagen Zeuge. Dieser Geschichtsphilosoph Francis Fukuyama, der 1990 das Ende der Geschichte postulierte, hatte meines Erachtens tatsächlich recht. Nur muß man seine Aussage perspektivisch sehen.

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  1. Adolf, Andreas und ich « Neues aus dem Gender-Universum

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