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Homosexualität ist natürlich

Mai 22, 2012

Lustiger Tag bei Spiegel-Online. Gestern hab ich gleich zwei Artikel zum Thema Homosexualität gesichtet. Bei einem ging es um einen Pädophilen, der als Monster von Riga bezeichnet wurde und viele sehr kleine Kinder sexuell mißbraucht hatte. Ganz zufällig ist dieser Mann schwul – worum in dem Artikel aber kein Aufhebens gemacht wird.

Der zweite Artikel handelt von einem Forscher, der sich reuig von einer Studie distanziert, die suggerierte, Homosexualität sei nicht angeboren, sondern therapierbar.

Warum hat unsere Gesellschaft eigentlich solche Probleme mit der Ansicht, daß Homosexualität krankhaft und auf sexuellen Mißbrauch in der Kindheit zurückzuführen sei?

Wie kann man überhaupt auf den Gedanken kommen, Homosexualität sei natürlich? Muß man sich dafür irgendwie das Gehirn abschalten? Ich bin total nett gegenüber Homosexuellen und habe noch nie einen diskriminiert. Also homophob kann ich schon mal nicht sein. Außerdem wähle ich grün. Wo ist also das Problem? Ist doch alles ganz easy. Laßt uns mal über sexuellen Mißbrauch und Homosexualität reden. Da wird schon nichts bei anbrennen. Voll normal.

In dem einen Spiegel-Artikel geht es um einen Forscher, der mittels einer Studie herausgefunden haben wollte, daß Homosexualität veränderbar sei. So sieht das bei Spiegel-Online aus:

Doch im Jahr 2001 zog er sich den Zorn der Homosexuellen in den USA zu, als er an einer fragwürdigen Studie mitarbeitete. Spitzer hatte dafür 200 Menschen interviewt, die behauptet hatten, dass eine sogenannte Reparativtherapie, oft auch Konversionstherapie genannt, ihre sexuelle Orientierung geändert habe. Statt homosexuell seien sie inzwischen heterosexuell, hatten die Befragten erklärt.

Weiter ist folgendes zu lesen:

Als der Psychiater die Ergebnisse seiner Studie 2001 auf einem Fachkongress vorstellte, sorgte dies für empörte Reaktionen in der Schwulen- und Lesbengemeinschaft. 2003 wurde die Arbeit in einem Fachblatt veröffentlicht, doch nun sieht sie der inzwischen pensionierte Spitzer mit anderen, wesentlich kritischeren Augen.

Er habe die Glaubwürdigkeit der Aussagen nicht einschätzen können, bekennt Spitzer nun. Schon beim Erscheinen der Studie hatte es Kritik an der Untersuchung gegeben. Damals hatte der Forscher entgegnet, er habe keine Beweise dafür, dass die Berichte der Studienteilnehmer der Wahrheit entsprechen. Doch einzelne Aspekte der Aussagen ließen sich nicht einfach so abtun.

Ich persönlich frage mich, wie beispielsweise Homosexuelle wie Ricky Martin, die eine Leihmutter schwängern, um ihren Kinderwunsch zu erfüllen, eine Erektion bekommen. Dann kriege ich aber gleich ein schlechtes Gewissen bei solchen Fragen. Denn so etwas tut man nicht.

Ich frage mich natürlich noch einiges anderes, wo ich ein schlechtes Gewissen bekomme. Ich habe mich deshalb schon in eine sogenannte Reparativ-Therapie begeben, da mein Gewissen schon ernsthaft Schaden genommen hat bei all den verbotenen Fragen, die ich stelle.

Und ich kann sagen: Diese Therapie wirkt!

Mein frisch repariertes Gewissen fragt sogleich – von Terminatus inspiriert – warum eigentlich Homolukken häufiger in sexuellen Mißbrauch von Kindern involviert sind wie zum Beispiel der werte Leiter der Odenwaldschule Gerold Becker. Oder warum Homolukken so viel ungeschützten Sex, Sadomaso-Sex, soviel Fetisch-Sex haben. Warum es richtige Gay-Kinos gibt, wo man auch gleich dem Sex fröhnen kann.

Aber wer solche Fragen stellt, ist vermutlich ein fundamentalistischer Christ und betrachtet Homosexualität als Sünde. Wir sind doch so frei. Das mit der Sexualität geht niemanden etwas an. Bitte weitergehen. Hier gibt es nichts zu sehen.

Ich erinnere noch mal daran, daß Homolukken deutlich häufiger Mißbrauchserfahrungen gemacht haben als normale, nicht abartige Menschen. Keine Sorge – ist nicht homophob gemeint. Ich respektiere Homosexuelle!

Was ist eigentlich mit mir los. Warum stelle ich so viele merkwürdige Fragen?

Wahrscheinlich bin ich ein Idiot, wie mir Adrian von Gaywest schon mehrmals versicherte.

In dem annern Spiegel-Artikel ging es um einen schwerwiegenden Fall von Kindesmißbrauch. Dazu steht auf Spiegel-Online:

Amsterdam – Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 28 Jahre alte Pädagoge in verschiedenen Amsterdamer Krippen 67 Kinder missbrauchte – einige von ihnen waren zum Tatzeitpunkt nur wenige Monate alt, die ältesten gerade vier Jahre. Anschließend veröffentlichte der Mann Videos seiner Taten im Internet.

Der Angeklagte, in den Niederlanden das „Monster von Riga“ genannt, hatte gestanden, zwischen 2007 und 2010 insgesamt 87 Kinder missbraucht zu haben.

Dann steht da noch folgender unscheinbarer Abschnitt:

Der 28-Jährige wurde neben der Haftstrafe zur Zahlung von rund 467.000 Euro Entschädigung verurteilt. Der Lebenspartner des Erziehers wurde wegen Besitzes von Kinderpornografie und Beihilfe zum Missbrauch zu sechs Jahren Haft verurteilt. Er muss den Opfern 365.000 Euro Entschädigung zahlen.

Alles alles Ausnahmefälle. Alles Humbug! Bitte weitergehen! Hier gibt’s nichts zu sehen!

Homosexualität ist natürlich.

Was an Homosexualität eigentlich „sexuell“ sein soll, kapier ich nich ganz. Aber na ja.

Man muß ja bedenken, daß nicht alle Homolukken statistisch sexuell mißbraucht wurden, sondern nur 50%. Iwo. Der Rest ist vollkommen okay. Denn wenn man sexuell mißbraucht wird, ist das ja nun nix Besonderes. Da erinnert man sich doch dran. Besonders wenn es im Kleinkindalter geschah. Und irgendwelche Schuldgefühle hat man auch nicht. Kommt das Kind schon irgendwie mit klar. Rennt gleich auf die Eltern zu und sagt: Ey, wieso habt ihr mich mißbraucht? Also bitte weitergehen. Hier ist alles in Ordnung.

Und daß homosexuelle Orientierung veränderbar ist, kann ja gar überhaupt nicht sein. Wo führt denn das hin? Dies würde ja die Mißbrauchsthese stützen!!!

Hauen Sie ab! Hier gibt’s nichts zu sehen! Verpissen Sie sich gefälligst!

Tschuldigung.

Dann steht in dem Artikel noch folgende Passage:

Der Vorsitzende Richter betonte die berechnende Art der Taten, den enormen Vertrauensbruch sowie den Schmerz, der den jungen Opfern und ihren Familien angetan worden sei. Dass der Täter sich bei ihnen entschuldigt habe, könne ihm beim Strafmaß nicht angerechnet werden.

Guck mal: Dis hat auch ne emotionale Ebene! Dis is bestimmt evolutionsbiologisch vererbt, erklärt uns Christian von Alles Evolution.

Is doch logisch, Alter. Sexueller Mißbrauch und Kindesmißhandlung werden vererbt. Dis wußten die Menschen früher schon. Die konnten dis nur nich so richtig benennen, ey. Da ham die noch Teufel gesagt.

Heute leben wir im Zeitalter der Wissenschaft und der objektiven Erkenntnis. Christian ist einer der prominentesten Vertreter der Aufklärung und erklärt uns, daß die Neigung zu Mißhandlung und sexuellem Mißbrauch vererbt wird:

Er ist später ein brutaler Zuhälter geworden, was auf die Erlebnisse in der Kindheit zurückgeführt wird. Ich möchte allerdings noch einmal einwerfen, dass er mit seiner Mutter auch 50% der Gene gemein hat, so dass auch biologische Erklärungen nicht von vorneherein ausgeschlossen sind.

Auch hier: Mißbrauch durch mißbrauchte Mißbraucher. Was verständlich wäre, wenn es in der Familie (also den Genen) liegt.

Das mit dem Vertrauensbruch, dem Schmerz und der Vernichtung der Seele eines Kindes – das wird vererbt. Deshalb mißhandeln nämlich mißhandelte Kinder häufig auch ihre eigenen Kinder. Teuflisch gut diese Erklärung. Willkommen im Zeitalter der Aufklärung!

Die Aufklärung funktioniert aber nur, wenn man vollständig jegliche emotionale Empfindungsfähigkeit abschaltet und nur noch der brutale Verstand die Flur abschreitet. Es muß nämlich alles objektiv sein. Emotionale und subjektive Erkenntnismöglichkeiten müssen vollständig und erbarrrrrrrrrrmungslos ausgeschaltet – ja vernichtet werden.

Also liebe Leute: Verpißt Euch. Hier gibt’s nichts zu sehen. Haut ab. Was wollt ihr hier?

Macht euch vom Acker.


Wenn der Führer befiehlt, gehorcht!

From → Schwulitäten

11 Kommentare
  1. Oh man Kirk, so wie es aussieht, habe ich Dich total falsch eingeschätzt. Was Du für Zusammenhänge konstruierst ist echt übel. Oder sehe ich irgendwo die Satire nicht? Mir egal, wahrscheinlich das selbe Prob, wie bei Zhen. Zulange unter Femis und dann übernimmt man anscheinend die gleichen Stilmittel um seinen Hass zu „rationalisieren“. Nee, dann viel Erfolg noch bei der Menschwerdung. Ich bin weg.

  2. Hallo Gedankenwerk,

    erklär mir doch bitte genauer, wo das Problem liegt. Mein Text ist eine Mischung aus Satire, die die allgemeine Homophilie karikiert, und sachlichen Argumenten, die häufig in Fragestellungen verpackt sind und die Zweifel an der Natürlichkeit der Homosexualität markieren.

    Ich hatte auch früher schon Artikel dazu verfaßt.

    Du solltest, bevor du ein Urteil über mich fällst, dich ernsthaft mit der Frage auseinandersetzen, ob Homosexualität auf sexuellen Mißbrauch in der Kindheit zurückzuführen ist.

    Ich kann dir versichern, daß ich sehr genau weiß, was ich tue.

  3. Leszek permalink

    Hi Kirk,
    Du glaubst doch an die ontologische Realität transzendenter Erfahrungen oder habe ich Dich diesbezüglich mißverstanden?

    Wie kommt es, dass es homosexuelle Mystiker gibt?

    http://www.amazon.com/The-Essential-Mystics-Andrew-Harvey/dp/0829814434/ref=sr_1_sc_1?s=books&ie=UTF8&qid=1337885981&sr=1-1-spell

    Müsste eine größere Nähe zur spirituellen Dimension nicht auch zur Selbsterkenntnis über die Deiner Ansicht nach unnatürlichen Ursprünge der Homosexualität führen?

    Das passiert aber offensichtlich nicht. Es scheint, dass der Gott der Mystiker mit Homosexualität keinerlei Probleme hat.

    Wie würdest Du dies interpretieren?

    (Ich bin übrigens Agnostiker und hetero.)

  4. Hallo Leszek,

    das ist ja recht zirkelschlüssig, was du da erzählst. Ich freue mich aber, daß ich von dir keinen Schmähkommentar erhalten habe.

    Ich fühle mich schon ganz minderwertig mit meiner Homophobie. Alle hauen auf mir rum.

    Ich bin übrigens nicht so ein philosophischer Begriffsakrobat. Ich finde diese Begriffsakrobatik in der Philosophie teilweise kontraproduktiv bzw. kokett.

    Aber deine arg polemische und mich ridikülisierende Frage versuche ich mal zu beantworten.

    Sämtliche Religionen fordern dezidiert, die Eltern in Ehren zu halten und sie keineswegs infrage zu stellen. Sämtliche Religionen befürworten eine autoritäre und schwarze Pädagogik.

    Da ist also nicht viel mit Selbsterkenntnis zu erwarten.

    Deine Ausführungen bestehen übrigens aus willkürlichen Konstruktionen auf einer unverbindlichen abstrakten Ebene. Die ganzen Zusammenhänge, die du erstellst, ergeben sich keineswegs zwingend so, wie du es darstellst.

    Aber worauf willst du hinaus?

    Wir können gerne auch ernsthaft diskutieren.

  5. Leszek permalink

    „Sämtliche Religionen fordern dezidiert, die Eltern in Ehren zu halten und sie keineswegs infrage zu stellen. Sämtliche Religionen befürworten eine autoritäre und schwarze Pädagogik. Da ist also nicht viel mit Selbsterkenntnis zu erwarten.“

    O.k., aber bei den homosexuellen Personen, um die es in dem Buch geht, handelt es sich ja nicht einfach um konventionelle Gläubige einer bestimmten religiösen Tradition, sondern eben um Mystiker – also Personen, die viele intensive mystische/spirituelle/transzendente/transpersonale Erfahrungen erlebt haben. Sollte da nicht mehr Selbsterkenntnis zu erwarten sein als bei einem konventionellen Gläubigen?

    Falls ich einige Diskussionsbeiträge von Dir bei Christian richtig verstanden habe, scheinst Du davon auszugehen, dass es eine reale erfahrbare spirituelle Dimension gibt? Jedenfalls habe ich mehrere Beiträge von Dir so verstanden. Falls ich Dich diesbezüglich mißverstanden oder überinterpretiert haben sollte, korrigiere mich einfach. Falls es aber stimmen sollte, dass Du an eine erfahrbare transzendente Dimension glaubst, dann erscheint mir die Fragestellung durchaus interessant und relevant.

    Warum fördern mystische Erfahrungen den angeblichen pathologischen Gehalt der Homosexualität nicht zu Tage? Da erleben homosexuelle Personen subjektiv ekstatische Erfahrungen der Begegnung und spirituellen Vereinigung mit dem Göttlichen, wie sie Mystiker seit Jahrtausenden beschreiben – und bleiben trotzdem schwul, lesbisch oder bi.

    Offenbar gelangen sie nicht zur der Schlussfolgerung, dass in den Augen der Gottheit an ihrer Homosexualität etwas falsch ist.

    Dieses Phänomen erscheint mir vor dem Hintergrund Deiner Annahmen zur Homosexualität zumindest erklärungsbedürftig.
    Ich bin wie gesagt Agnostiker und lasse die Frage, ob mystische Erfahrungen tatsächlich auf eine reale spirituelle Dimension verweisen oder ob es sich nur um intensive hormonelle Ausschüttungen im Gehirn handelt, offen.
    Insofern ich Dich nicht mißverstanden habe und Du daran glaubst, dass solche Erfahrungen ontologisch real sind – also auf die reale Existenz einer spirituellen Sphäre verweisen – fände ich es aber interessant, wie Du die angesprochenen Aspekte interpretieren würdest.

  6. @Kirk

    „Du solltest, bevor du ein Urteil über mich fällst, dich ernsthaft mit der Frage auseinandersetzen, ob Homosexualität auf sexuellen Mißbrauch in der Kindheit zurückzuführen ist“

    Jeder wird, wenn man nur lang genug sucht, irgendwelche „Missbrauchserfahrungen“ finden.
    Nicht jeder wird deswegen schwul oder selbst zum Missbrauchenden.
    Es gibt Leute die schlimmste Erfahrungen machten und trotzdem nicht austicken und Leute ohne Trauma, die psychopathisch werden, aber sozial perfekt integriert sind / waren.
    Da lässt sich für jedes Beispiel ein Gegenbeispiel finden. Aber machen wir einen kleinen Exkurs in die „wunderbare Welt“ der Psychopathen.

    1.) Den Manson Kult: Charles Manson war zwar, soweit ich weiß, schon immer ein bisschen kriminiell aber kaum an den Schlachtorgien (wie z.B. an Sharon Tate und den Besuchern ihres Hauses) beteiligt, gilt aber nach wie vor als Kopf des Ganzen. Die eigentlichen Bestien geraten in den Hintergrund, verwöhnte Spießer(innen), die mal kurz aus ihrem langweiligen Leben ausbrechen wollten.

    2.) Einen Rekord in Massenmord stellte m.E. der Ami Albert Fish vor den 1930iger Jahren auf. Verheiratet, sechs Kinder, streng religiös. Schlachtete über Jahre hinweg ca. 50 Kinder aus ärmsten Verhältnissen.

    3.) Theodor Robert Bundy: Anwalt, konservativ und für die republikanische Partei aktiv. Um die 35 Opfer (Frauen und junge Mädchen).

    und wenn wir uns „nur“ um den sexuellen Missbrauch kümmern dürfte die katholische Kirche und Einrichtungen, die darunter fallen, auch nicht gerade „schlecht“ abschneiden.
    Die gelten ja auch nicht als Repräsentanten für Homosexuellenfreundlichkeit und sexuelle Freizügigkeit, trotzdem brechen gerade in solchen Umfeldern die schlimmsten Übergrifflichkeiten aus.

    Würde daher die These aufstellen, dass (zeitweise) unterdrückte und verleugnete oder „vergällte“ Sexualität eine weitaus schlimmere Auswirkung hat als die Richtung der Sexualität. Irgendwann bricht es dann durch und vermutlich sind Kinder einfach nur deswegen am häufigsten Opfer, weil sie „leichtere“ Opfer sind.
    Vielleicht sind einige der Täter schwul, aber es ist nicht die Tatsache das sie schwul sind, was sie zu Tätern macht. Vielleicht hat Missbrauch einen Einfluss, selbst zum Täter zu werden, aber wie gesagt, mit der sexuellen Ausrichtung hat das wohl eher weniger zu tun.
    Die krassesten Fälle „schwuler Massenmörder“ fielen in Zeiten und Umfelder, die massiv schwulenfeindlich waren und man sehr grausam versucht hat, das zu „therapieren“.
    Warum nicht spekulieren, dass es diese Feindlichkeit des Umfelds auf das „Andersein“ ist, was Ausbrüche begünstigt. Kann man alles machen. Aber wie ich schon paarmal angedeutet habe, halte ich nicht viel von Psychoanalytik.

    Da sieht man auch die homosexuellen Killer in etwas anderem Licht:

    Erzbeth Bathory, wird gern als Opfer einer männerdominierten Herscherdomäne inszeniert. Das Buch „Die Blutgräfin“ gibt da einen anderen Eindruck. Es besteht hauptsächlich aus Gerichtsschriften und Aussagenaufzeichnungen zu ihrem Fall und man gewinnt von ihr den Eindruck einer lesbischen Zwangssadistin, die über viele Jahre Mädchen und junge Frauen ermordet hat. In besten Verhältnissen und Wohlstand aufgewachsen. Trotzdem wohl nicht unerhebliche Probleme damals, Lesbischsein auszuleben.

    Aber genauso gibt es Fälle, die auf den ersten Blick Deine „schwule-Massenmörder-These“ stützen:

    „Lucas claimed that he and his brother were regularly beaten by Viola, often for no reason. He once spent three days in a coma after his mother struck him with a wooden plank, and on many occasions he was forced by his mother to watch her having sex with men. Lucas also claimed that his mother would often dress him in girls‘ clothing. His sister Almeda Lucas supports his story, and she claims that she once had two pictures of Henry as a toddler dressed in girls‘ clothing. Lucas described an incident when he was given a mule as a gift by his uncle, only to see his mother shoot and kill it. Lucas also claimed that, at the age of eight, he was given a teddy bear by one of his teachers, and was then beaten by his mother for accepting charity.“

    Aber auch hier würde ich meine These gestützt sehen, dass es eher das Verknüpfen von Unangenehmer Demütigung / Missbrauch und Sexualität ist, die Leute austicken lässt.
    Wenn ein paar der Leute schwul werden, dann ist das bestenfalls eine mögliche Begleiterscheinung. Keine notwendige und keine davon abhängige. Wenn man so schlimme Erfahrungen mit Frauen gemacht hat, ist es vielleicht die einzige Möglichkeit überhaupt sowas wie Sexualität zu entwickeln, vielmehr bleibt ja nicht übrig, na okay, vielleicht doch, Lucas war auch Sodomit.

    Kurz gefasst:

    Missbrauch => theoretisch, möglicherweise, eventuell begünstigt spätere Homosexualiät ABER
    Homosexualität => nicht unbedingt früherer Missbrauch

    Verstehst Du ungefähr was ich meine und welchem Trugschluss Du (wahrscheinlich auch gewollt) aufsitzt.

  7. @Leszek

    O.k., aber bei den homosexuellen Personen, um die es in dem Buch geht, handelt es sich ja nicht einfach um konventionelle Gläubige einer bestimmten religiösen Tradition, sondern eben um Mystiker – also Personen, die viele intensive mystische/spirituelle/transzendente/transpersonale Erfahrungen erlebt haben. Sollte da nicht mehr Selbsterkenntnis zu erwarten sein als bei einem konventionellen Gläubigen?

    Meiner Meinung nach ist gerade bei sogenannter Spiritualität viel Gedöns mit dabei. Egal ob traditionelle oder neue Religionen, es geht eigentlich immer darum, die Wahrheit der Kindheit zu verschleiern.

    Ich bin ja lustigerweise durchaus religionskritisch. Aber Christian und die religiösen Atheisten können eben nicht unterscheiden, zwischen Extremismen, Fundamentalismen und anderem Quatsch und legitimen religiösen Gefühlen, die nicht destruktiv sein müssen.

    Du findest gerade bei Mystikern und diesem New Age Zeug allerlei Tirili, wo man sich in irgendwelche Sphären meditiert – nur um eine angebliche tolle Einheit zu spüren, und alle „bösen“ Gefühle verdrängen zu können – also den realen Haß und die Wut auf die Eltern.

    Ich erinnere mich gerade an eine Frau, die zu einem Guru gegangen ist und der ihr sogleich sagte, als sie über ihre Eltern sprach:“Sie müssen vergeben.“

    Bei den Religionen geht’s häufig darum, gut, artig und brav zu sein und irgendwelchen Gesetzen zu gehorchen. Die Kindheitsrealität wird in bezug auf eine transzendente Ebene inszeniert.

    Zu dem anderen Punkt: Nein, ich gehe nicht von einer realen Transzendenz aus. Ich kann allerdings auch nicht behaupten, sie existiere nicht. Ich bin ja nicht Richard Dawkins, der diesen Bereich offenbar wissenschaftlich untersucht hat. Ich bin ja kein Oxford-Professor mit besonderen „wissenschaftlichen“ Kompetenzen.

    Daß man mystische Erfahrungen macht, bedeutet doch nicht, daß man nun Yoda oder so ist. Das meine ich mit abstrakten unverbindlichen Konstruktionen. Du erzeugst eine „künstliche Falsifikation“ meiner Auffassungen, die nicht unbedingt gegeben sein muß.

    Und wie gesagt, bei mystischen Erfahrungen sollte man vorsichtig sein. Das kann auch persönliche Verblendung und Abwehr sein.

  8. Hallo Gedankenwerk,

    du verwendest einige Argumente, die ich bereits besprochen habe in älteren Artikeln.

    Die Homo-Lüge
    Die Homo-Rüge

    Das Grundproblem ist deine Abwehrhaltung. Frage dich mal ernsthaft, ob du vorbehaltlos die pathologische Erklärungsmöglichkeit akzeptierst und keinerlei Probleme damit hast, ihr neutral nachzugehen.

    Hier liegt das eigentliche Problem in unserer Gesellschaft. Man muß nur die Augen aufmachen. Dann fällt einem so einiges auf. Ich baue eigentlich darauf, daß jeder diese gesellschaftliche Qualität zu fühlen in der Lage ist.

    Ob Homosexualität tatsächlich pathologisch ist oder nicht, ist im Grunde genommen völlig sekundär.

    Guck einfach mal in meine Richtung. Erst dann kann man auch etwas finden.

  9. @Kirk
    Zu Deinem ersten Link habe ich ja schon geschrieben,dass Dir in Bezug auf die Missbrauchsthematik ein klassischer Fehlschluss unterläuft. Die Tatsache, dass Missbrauchsopfer oft homosexuell wären hieße nicht unbedingt, dass Homosexualität durch Missbrauch bedingt ist.
    Das wird auch in Deinem zweiten Link nicht widerlegt.
    Und mit den Tiervergleichen ist es halt so ne Sache. Da hat Homosexualität mehr mit Pragmatik zu tun. In etwa, wie wenn Knastis temporär aus Mangel an Alternativen schwul werden. Bei Kraken kommt es öfters vor, dass diese in der Tiefsee ein anderes Männchen bespringen. Christian würde sagen, das ist evolutionär von Vorteil, da man in der Tiefsee alles bespringen sollte, was in der Dunkelheit irgendwie wie ein Artgenosse aussieht, denn es dürfte selten genug vorkommen einen zu treffen. Weil das die Fortpflanzungschancen erhöht. (Kraken sind trotz allem, vergleichsweise intelligente Tierchen).
    Einige Frösche dagegen haben einen „Fehlpaarungs-“ Warnmechanismus. Wenn man einem Männchen unter die Arme greift, fängt der an zu quaken. Weibchen derselben Art nicht. Falls sich also mal ein Männchen zu einem anderen verirren sollte und dieses liebestoll umklammert, quakt jener sein: „Hey Kumpel, Du bist hier falsch, probier`s mal drüben bei der scharfen Moni an Seerose 5a.“
    Menschliches Verhalten funktioniert aber ein bissel anders als das von Fröschen oder Kraken.

    Und was ist mit den Leuten, die eine Scheinbeziehung zu Frauen eingingen, nur um der gesellschaftlichen Sanktion zu entgehen? Die dann erst einige Jahre später, wenn es für alle Beteiligten (insbesondere die Ehe-Frauen) dramatisch wurde, ihr coming out haben?
    Also ich glaube schon, dass manche von früh an einfach so gepolt sind und damit auch gut klar kommen und für diese Partnerform der Normalfall ist.

  10. Zu Deinem ersten Link habe ich ja schon geschrieben,dass Dir in Bezug auf die Missbrauchsthematik ein klassischer Fehlschluss unterläuft. Die Tatsache, dass Missbrauchsopfer oft homosexuell wären hieße nicht unbedingt, dass Homosexualität durch Missbrauch bedingt ist.
    Das wird auch in Deinem zweiten Link nicht widerlegt.

    Meiner Meinung nach gehe ich schon auf dieses Problem ein, im zweiten Artikel.

    Darauf gehe ich auch in meinem aktuellen Post ein.

    Du mußt hierfür die objektivistisch-naturwissenschaftlich-statistische Perspektive verlassen und eine tiefenpsychologisch-ganzheitliche Perspektive einnehmen.

    Du weißt doch selbst, was von Statistiken zu halten ist. Das ist meist eine reduktionistisch-selektive Herangehensweise, die ich geradezu als autistisch bezeichnen würde, weil man sich auf dieser Ebene wie Idioten an psychische Sachverhalte heranmacht.

    Warum kommt denn bei den Gewaltstudien bei der allgemeinen Frage nach häuslicher Gewalt so ein geringer Wert für Männer heraus?

    Ich kann dies leider nur so erklären. Eine nicht 100%-Zahl heißt rein gar nichts in bezug auf Homosexuelle. Aus sehr naheliegenden Gründen.

    Unsere Gesellschaft lebt diesbezüglich geradezu noch in mittelalterlichen Verhältnissen. Was das Problem der Kindesmißhandlung und der gesellschaftlichen Abwehr anbelangt.

    Lies mal folgenden Leserbrief bei Alice Miller, der deutlich macht, worum es mir geht:

    Flashbacks als Hilfe – Alice Miller

  11. ozelot (neozelot) permalink

    ich finde diesen artikel sehr aufklärend

    http://www.dijg.de/homosexualitaet/verstehen-biblisches-verstaendnis-mann/

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