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Die Unterscheidung in „Männerbewegung“ und „Männerrechtsbewegung“

August 5, 2012

Auf seinem Blog betont der Soziologe Andreas Kemper, daß die von ihm sogenannte „Männerrechtsbewegung“ nicht zur „Männerbewegung“ gehöre. Beides seien verschiedene Phänomene. Was mag an dieser Feststellung so wichtig sein?

Für Kemper ist erstere Bewegung antifeministisch, während letztere profeministisch sei. Die „Männerbewegung“ sei in den Siebziger Jahren entstanden, habe sich für ein Hinterfragen von antiquierten Männlichkeitsbildern eingesetzt und sei auf klar feminismusfreundlichem Kurs gewesen. Kemper möchte nun nicht, daß auch Männer das Wort „Männerbewegung“ für sich in Anspruch nehmen, obwohl sie klar antifeministisch ausgerichtet sind.

Warum sollen heutige Männer nicht den Begriff Männerbewegung verwenden dürfen, nur weil dieser Begriff früher einmal anders konnotiert war? Ist der allgemeine Begriff „Männerbewegung“ fest verpachtet?

Man kann als Soziologe doch auch verschiedene Strömungen innerhalb einer Männerbewegung ausmachen und differenzieren. Warum also solch ein Brimborium um dieses Wort? Kann so etwas überhaupt einen wirklich ernst zu nehmenden Wissenschaftler interessieren? Niemand kann für sich in Anspruch nehmen, „die Männerbewegung“ zu sein. Es klingt ein bißchen absurd, wenn ein Soziologe mit wissenschaftlichem Anspruch solche Scharmützel und Bilderstürme aufführt.

Mit Meinungsäußerungen wie diesen entlarven sich die Vertreter der Gendergemeinde regelmäßig als politische Agitatoren und Ideologen. Kemper erträgt es nicht, daß sich jetzt etwas Männerbewegung schilt, das nicht mehr profeministisch ausgerichtet ist.

In seinen Schriften werden Männerbewegte regelmäßig als rechte oder rechtsextreme Sektierer dargestellt, die auf hinterhältige Weise in den gesellschaftlichen Diskurs eingreifen wollen. Man fühlt sich ein bißchen an die Judenparanoia der Nationalsozialisten erinnert. Die Schriften von Kemper sind von einem so offensichtlichen Haß auf Andersdenkende durchzogen, daß einem nur das Gruseln kommt, wenn man daran denkt, daß politische Stiftungen und Universitäten auf solche Salafisten zurückgreifen.

Und immer wieder fällt das Wort des „Antifeminismus“. Auch Thomas Gesterkamp oder Rolf Pohl geben Interviews in Zeitungen oder schreiben Artikel, in denen sie regelmäßig den Generalvorwurf des „Antifeminismus“ äußern, als wäre dieser bereits per se ein Unding. Das war es bereits. Eine Bewegung ist antifeministisch. Weitere Begründungen, was daran denn so schlimm ist, fehlen. Es erinnert ein bißchen daran, wie sich in der DDR oder anderen sozialistischen Staaten Vertreter des Systems darüber entrüsteten, irgendeine Initiative oder Meinungsäußerung sei „gegen den Sozialismus“ oder „konterrevolutionär“.
In diesen Momenten offenbaren die feministischen Akademiker, wes Geistes Kind sie sind. Diese Passagen zählen für mich immer zu dem Beklemmendsten, was man im Rahmen feministisch orientierter Wissenschaft lesen kann.

Es fehlt völlig die Fähigkeit, etwas grundsätzlich zu hinterfragen und wirklich autonom zu denken, wie es dem Selbstethos eines Wissenschaftlers entspricht. Kritik am Feminismus, wie sie von Männerrechtlern vorgebracht wird, wird nicht pariert, ihr wird nichts entgegnet. Sie ist einfach sakrosankt. Das war es. Daß man Feminismus auch als etwas negatives betrachten kann bzw. daß Feminismus nicht per se etwas Positives ist, kommt in dieser Welt nicht vor. An diesem Punkt wird auch die naiv-unterwürfige Psyche der profeministischen Männer deutlich. Man spürt förmlich, wie sie es mit der Angst zu tun bekommen, wenn jemand ihr Heiligtum, den Feminismus, hinterfragt.

Diesen Geisteszustand zeigen auch Andreas Kemper und all die anderen Soziologen und Gender-Beauftragten, die sich mit der Männerrechtsbewegung auseinandersetzen.

Der religiösen Anbetung des Feminismus ist nun auch die Unterscheidung in Männerrechtsbewegung auf der einen und Männerbewegung auf der anderen Seite geschuldet, die Kemper vornimmt.

Ein seriöser Wissenschaftler würde sich vermutlich kaum um solche Dinge kümmern. Er würde über Strömungen sprechen, die unterschiedliche Ansichten haben, und das war’s. Er würde wertneutral von einer mittlerweile historischen pro- und einer aktuellen antifeministischen Männerbewegung sprechen.

Der Begriff der Männerbewegung bleibt – von all dem unberührt – ohnehin ein allgemeiner und ist in jedem Fall richtig. Die aktuelle Männerbewegung mag mit der historischen wenig gemein haben, eine Männerbewegung ist es trotzdem. Ich finde es immer beklemmend, wenn ich solche Ausführungen wie die von Herrn Kemper lesen muß, der keinerlei Bewußtsein von seiner politischen Prostitution und Korruptheit hat. Er ist von Komplexen und Feindbildern getrieben und diese finden sich unmißverständlich in seinen Begriffsbildungen und Gewichtungen wieder.

Man kann von mir aus die heutigen Männerrechtler gerne als „Männerrechtsbewegung“ bezeichnen. Eine Männerbewegung bleibt es trotzdem. Auch deshalb, weil die heutige Problematik nicht nur in juristischen Benachteiligungen von Männern besteht, sondern vor allem darin, daß Männer ständig offen oder latent abgewertet werden.

Ob man nun von Männerbewegung oder Männerrechtsbewegung spricht, ist letztlich völlig unwichtig und offenkundig eine Art Ersatzbefriedigung für feministische Soziologen, die eine gesellschaftliche Strömung nicht neutral untersuchen wollen, sondern politische Urteile in Wissenschaft gießen möchten. Die Begriffsklauberei und Erbsenzählerei, die hier betrieben werden, und die Energie die dafür verwendet wird, sind ein nur zu deutlicher Beweis, daß das feministische Soziologenkartell um Andreas Kemper, Thomas Gesterkamp und Hinrich Rosenbrock nicht ernst zu nehmen ist und überwiegend interessengeleitete Wissenschaft betreibt.

Der Artikel von Kemper ist nicht zuletzt ein Sammelsurium von Widersprüchen, Fehlleistungen und politisch bedingter Unlogik. Hier mal ein größerer Ausschnitt, der bereits fast den gesamten Artikel abbildet:

Was die Männerbewegung ausmacht ist neben den Inhalten vor allem die personelle Zusammensetzung: es sind Männer, die sich kritisch mit Männlichkeit und Geschlechterfragen befassen. Die Männerbewegung unterscheidet sich von der Frauenbewegung dadurch, dass in der Männerbewegung Männer und in der Frauenbewegung Frauen organisiert sind. Inhaltlich sind beide Gruppierungen an den verschiedenen Feminismen orientiert.

Die Männerrechtsbewegung hingegen grenzt sich inhaltlich vom Feminismus und von der Frauenbewegung ab. In der Männerrechtsbewegung befinden sich auch Frauen wie Monika Ebeling und Christiane Hamprecht. Das heißt, die Männerrechtsbewegung ist im Gegensatz zur Männerbewegung gar nicht durch das Geschlecht ihrer Beteiligten konstituiert, sondern lediglich durch Inhalte. Die Männerrechtsbewegung kann somit schon kategorial nicht Teil der Männerbewegung sein. Hinzu kommen inhaltliche Divergenzen (Feminismen versus Maskulismus / Maskulisnismus), die sich in zentralen Punkten gegenseitig ausschließen.

In der Frauenbewegung sind also nur Frauen organisiert. Warum wird dann in den Kreisen, in denen Kemper verkehrt, sehr häufig die Wendung „FeministInnen“ verwendet, die auch Männer mit einschließt? Warum gibt es Männer, die sich als Feministen verstehen, und entsprechende T-Shirts mit Aufdrucken wie „This is what a feminist looks like“? Und warum wird von Feministinnen so häufig propagiert, daß es auch männliche Feministen gebe? In der selektiven Wahrnehmung eines Herrn Kemper muß so etwas ausgeblendet werden, um ein für seine Erklärungsbedürfnisse passendes Bild zu erzeugen.

Und da sich in der Männerrechtsbewegung auch Frauen befinden, kann also nicht von „Männerbewegung“ die Rede sein, denn dort dürfen sich ja nach Meinung von Kemper eigentlich nur Männer befinden. Aber gerade hier wird von Kemper und Co. nun häufig die Bezeichnung „Maskulisten“ gebraucht – ohne Binnen-i – was je irgendwie der Behauptung widerspricht, auch Frauen seien Teil der Männerrechtsbewegung. Wie soll man das verstehen? Eben noch wird ein angeblich eindeutiges Geschlechterbild der von Kemper besprochenen Gruppierungen erzeugt, aber dann stimmt dieses Geschlechterbild nicht mit den Bezeichnungen überein, die die angeblich so sprachsensiblen Feministen verwenden. Daß ausgerechnet die Propagandisten der geschlechtergerechten Sprache solche Kuriositäten produzieren.

Kemper scheint wirklich ein benachteiligtes Arbeiterkind gewesen zu sein, der den Gebrauch seines Intellekts erst mühsam als Erwachsener gelernt haben muß. Die Männerrechtsbewegung kann seiner Meinung nach also schon „kategorial“ nicht Teil der Männerbewegung sein. Hier scheint einer einen ganz schönen Überblick und Freude an rein formalen Konstruktionen zu haben – die nachweislich im Widerspruch zur Realität stehen.

Was für schöne kindlich-naive Gedankengänge. Und dann noch diese außerordentliche Relevanz von Kempers Feststellungen: Eine Männerrechtsbewegung kann nicht zur Männerbewegung gehören. Na wenn das mal nicht der kommende Max Weber oder Ulrich Beck ist, der uns hier belehrt?

In der Frauenbewegung sind nur Frauen aktiv – deshalb „FeministInnen“. In der Männerrechtsbewegung sind hingegen auch Frauen – deshalb „Maskulisten“. Soll man da lachen oder weinen?

Das sind die Begründungs- und Gedankenwelten eines akademischen Soziologen. Sprach- und Begriffseugenik haben hier noch nicht zu einem harmonischen Einklang gefunden.

Kemper schreibt weiter:

Das heißt, die Männerrechtsbewegung ist im Gegensatz zur Männerbewegung gar nicht durch das Geschlecht ihrer Beteiligten konstituiert, sondern lediglich durch Inhalte.

Dieser Satz schlägt ein wie eine Bombe. Wir Maskulisten zeichnen uns also durch Inhalte aus und nicht durch Geschlechtszugehörigkeit. Im Gegensatz zum Feminismus. Wie soll man das jetzt verstehen?

An dieser kindlichen Rhetorik und Argumentationsweise kann man kaum besser studieren, was für ein Pharisäer und Fanatiker Andreas Kemper ist. Es ist eine Art formalistisches Beckmessertum, ein Herumgestochere, ein unwürdiges unlogisches Fabulieren, Winkelziehen und Erbsenzählen, bis die gewünschte Wahrheit herauskommt – die ganz zufällig den politischen Ansichten unseres Soziologen entspricht.

Ob etwas nun Männerrechts- oder Männerbewegung sei, würde einen seriösen Soziologen kaum interessieren. Ein seriöser Soziologe würde sich auch gewiß nicht das Etikett „profeministisch“ verleihen – und dann noch vergnügt über pro- und antifeministische Strömungen zu Gericht sitzen.

Ich spreche bezüglich der feministischen Ideologie auch von einer sogenannten „nominalen Ersatzebene“ oder auch virtuellen Ersatzebene, auf der sich alles Mögliche herbeigezaubert wird, ohne daß man noch auf konkrete Realitäten Rücksicht nehmen oder sachbezogen argumentieren müßte. Das begrifflich-formale Gestikulieren mit Etiketten und Zuschreibungen ohne Argumentationsbezug wird zur Ersatzbefriedigung. Nirgends erkennt man besser, daß es sich um eine Ideologie handelt. Diese Sprach- und Hirnakrobatik, dieses Pharisäertum findet man bekanntlich auch in den Großideologien des 20. Jahrhunderts.

Und – um den Bogen zum Heute zu schlagen – auch in manchem Politikerstatement in heutigen Demokratien. Derzeit besonders lustig anzuschauen im US-Wahlkampf bei Mitt Romney, dem künftigen Accomplisher. Gegen Barack Obama werden die hirnrissigsten Nebenkriegsschauplätze eröffnet, nur um Obama irgendwie in Mißkredit bringen zu können.

Anstatt fair und respektvoll zu argumentieren, wird z.B. erörtert ob Obama überhaupt US-Bürger sei, oder bemängelt, daß unfaßbare dreimal ein Bin-Laden-Tötungskommando zurückbeordert wurde, bevor die christliche Vorsehung zum Tod dieses Abschaums führte.

Andreas Kemper und Hinrich Rosenbrock haben in den US-Republikanern würdige Lehrmeister. Mit ein bißchen Grips und Finesse kann man die Republikaner auch als „links“ darstellen. Dies dürfte Kemper wohl keine Probleme bereiten. Dann steht einer Kooperation nichts mehr im Wege.

5 Kommentare
  1. Omti permalink

    JA eigentlich traurig. Hat mal jemand Webers Grab auf Rotationen überprüft? So oft wie sich der arme Mann im Grab umdrehen muss, macht das wahrscheinlich schon Turbinengeräusche.

    Das heißt, die Männerrechtsbewegung ist im Gegensatz zur Männerbewegung gar nicht durch das Geschlecht ihrer Beteiligten konstituiert, sondern lediglich durch Inhalte.

    Autsch, Eigentor? Mir tut das Kemperchen fast schon leid. Sich solchen scheiss aus den Fingern saugen zu müssen um Akademisch zu überleben. Vielleicht sollten wir einfach mal fürs Kemperchen spenden sammeln gehen, dass er sich nicht mehr für den Feminismus prostituieren muss.

    Kirk, hast du das Buch von dem eigentlich gelesen? Hat das wenigstens Humorfaktor, oder ist das mehr wie ein Schulbuch aus der DDR?

  2. Das mit dem Kemper ist wirklich an Absurdität nicht zu überbieten. In Wikimannia wird er ja als verhaltensgestört beschrieben. Es fällt mir da auch schwer, ruhig zu bleiben, wenn man bedenkt, daß es lange wohlwollende und völlig ernst gemeinte positive Rezensionen zu seinem Buch gibt. Das kann man sich eigentlich nicht mehr vorstellen, wie sehr Menschen sich geistig selbst versklaven.

    Hier die Rezension einer Feministin: http://sanczny.wordpress.com/2012/08/06/rezension-die-maskulisten/

    Man muß halt damit leben, daß dieser ganze Müll noch eine Weile existiert. Später wird man sich darüber delektieren, wie wir heute über lustige Seriensets von Star Trek lachen oder über die Kommunistenparanoia in den USA der 50er Jahre. Es geschieht eben keine bewußte Erkenntnis im Jetzt und es ändert sich was, sondern es kommen neue Generationen, die einfach nur noch kichern über die Paranoia von Feministinnen. Das ist alles absehbar.

    Der Zeitgeist ist eben eine Art moderne Religion und viele Leute können gar nicht anders, als da mitzumachen. Man würde ja zum Außenseiter, zum Störenfried, wenn man das hinterfragt. Lustig ist ja auch, daß wir heute mit Respekt und Anerkennung auf Leute gucken, die zu ihren Lebzeiten nur als Spinner und Störenfriede betrachtet wurden. Damit muß man sich abfinden.

    Und Leute wie Kemper werden hofiert.

  3. Dummerjan permalink

    Deutsch als Schwert des Geiste hat sich in den Händen unkeuscher deutscher Blaustrümpfe in ein Sandkastenplastikmesser verwandelt: „Claus entlarvt die maskulistischen Deutungsproduktionen der \“vaterlosen Gesellschaft\”, die für eine staatliche Drangsalierung zu außerhäuslicher Arbeit stehe, und des “emotionalen Matriarchats”, das die Macht von Frauen an den Schaltstellen emotionalen und sozialen Lebens in Familie und Erziehung beschreibe, als Invented Traditions. “ (Die Escapes bei den Anführungszeichen stammen von mir, damit klar ist, dass das intelligente an diesem Satz NICHT von das Verfasser stammt).
    Mit einer solche kann man allenfalls die Popel in den Nasen der Joponer entfernen, nicht jedoch die Schlacht um den Frieden im ALpha-Quadranten, geschweige denn Neue Welten erforschen und onbekannte Zivilisationen entdecken.

    Ja man kann damit noch nicht einmal bekannte Zivilisationen wie die der Erde entdecken. Dieses FemSozSprech ist einfach nicht als Kommunikationsmittel geeignet.

  4. Dummerjan permalink

    Die Föderation beglöckwonscht den Föhrer James T. Kirk zur Entdeckung einer neuen Rasse. Möge uns viel Spass mit dieser beschieden sein.

  5. Ich nehme gerne Hinweise für weitere Elemente, die dieser Rasse angehören, entgegen.

    Früher gab es mal einen Danilo, der das danilolablog betrieb. Diese feministischen Männer sind fast noch possierlicher als die Frauen.

    Danilo nennt sich natürlich Danilola. Ganz gender-neutral.

    Hier mal ein Link zu einem Artikel von ihm, der die Runde machte.

    http://danilola.wordpress.com/2009/09/01/warum-ich-keine-piratenpartei-wahlen-werde-aber-im-herzen-ein_e-pirat_in-bin/

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